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051-0813-16L  Soziologie: Urbane Lebensqualität - Eine ethnographische Feldforschung im Kreis 5 und in Zürich Nord

SemesterHerbstsemester 2016
DozierendeC. Schmid, H. Nigg
Periodizitätjedes Semester wiederkehrende Veranstaltung
LehrspracheDeutsch


KurzbeschreibungIn dieser ethnografischen Feldforschung gehen wir der Frage nach, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen und gestalten, und wie urbane Lebensqualität entsteht. Wir untersuchen dafür vier Quartiere in der Region Zürich: den oberen Kreis 5, Zürich West, Seebach und Glattpark.
LernzielDie Wahlfachkurse haben zum Ziel, das Tätigkeitsfeld von Architektinnen und Architekten aus einer soziologischen Perspektive zu beleuchten und einen Einstieg in soziologische Vorgehensweisen zu vermitteln. Sie basieren auf zwei Schwerpunkten: Auf der einen Seite geht es um die systematische Lektüre und Diskussion von theoretischen Texten. Auf der anderen Seite steht die empirische Untersuchung von Fallbeispielen, die gesellschaftliche Prozesse und Situationen im Zusammenhang mit Bauaufgaben anschaulich machen. Dabei gelangt ein breites Set von Methoden der qualitativen Sozialforschung zur Anwendung (u.a. verschiedene Formen von Interviews, Feldbeobachtungen, Bild- und Textanalyse). Diese Vorgehensweise ermöglicht es, in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Akteuren und Akteurskonstellationen aus dem gesellschaftlichen Umfeld des Bauens eigene Erfahrungen zu gewinnen und Perspektiven und Perzeptionen verschiedener Akteure kennenzulernen.
InhaltEine Einführung in ethnografische Feldforschung

Stadtethnologie beschäftigt sich mit dem städtischen Raum, städtischen Akteurinnen und Akteuren, mit Stadtbildern und dem Vergleich von Städten auf verschiedenen Kontinenten und Kulturen. Stadtethnologie untersucht Symbole und Praktiken, die den Alltag der Urbanisierung repräsentieren und mitgestalten. Stadtethnologie begreift den urbanen Raum nicht nur als gebaute Umwelt, sondern als gelebten kulturellen und sozialen Zusammenhang. Mit ethnografischer Feldforschung wird die Wahrnehmung von Akteuren in lokalen Milieus erforscht. Wie sehen und erfahren sie urbane Zusammenhänge? Wie bewegen sie sich in der Stadtlandschaft? Wie sehen sie Häuser, Strassen und Plätze? Wie hören sie die Stadt? Die Wahrnehmung lokaler Milieus, ihres Eigensinns, ihrer Kreativität und ihrer besonderen Lebensweise wird als bedeutsam erkannt, um die Stadt als zentralen Ort der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung besser zu verstehen. Für ethnografische Erkundungen der gebauten Umwelt stehen Architekten/innen heute eine Reihe von Methoden und Techniken zur Verfügung: Teilnehmende Beobachtung, Interviews, Foto- und Videobegehungen von urbanen Räumen, Mindmapping u.a.

Am Beispiel von vier Quartieren in der Region Zürich, dem oberen Kreis 5, Zürich West, Seebach und Glattpark, wird der Frage nachgegangen, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen und gestalten. Im Fokus der Untersuchung steht die Definition urbaner Lebensqualität. Wie wird urbane Lebensqualität einerseits in der Wissenschaft definiert und andererseits von Menschen aus ganz unterschiedlichen lokalen Milieus (arm/reich, bildungsfern/ privilegiert, jung/alt) wahrgenommen? Welche Begrifflichkeiten und Bilder verwenden sie, um urbane Lebensqualität zu umschreiben und darzustellen? Was macht für sie urbane Lebensqualität aus? Wie ist ihr Verständnis
von Urbanität mit ihrer eigenen Wohnbiografie verknüpft? Wie stellen sie sich eine ideale Wohn- und Arbeitsumgebung vor? Nehmen sie eine passive oder aktive Rolle ein bei der Gestaltung ihrer städtischen Umgebung?

Dr. Heinz Nigg ist Ethnologe und Kulturschaffender